TV Tag

Andreas-Kuemmert

Ich habe in meinem Buch (Denken Sie doch selber!) schon über Andreas Kümmert geschrieben. Ich hatte ihn damals schon als authentischen, echten Typ beschrieben. Und natürlich kann er wirklich singen! (Ja, das ist nicht immer so bei Casting-Kandidaten).

Gestern hat er mit den Worten: «Ich bin nicht in der Verfassung, die Wahl anzunehmen» die Publikumswahl zum Siegersong für den Eurovision Song Contest 2015 in Wien abgelehnt. Pfiffe aus dem Publikum. Buhh-Rufe.

Meine Meinung dazu? Hut ab und grosses Kompliment an Ihn! Was muss das für eine Entscheidung gewesen sein, die Pubikumswahl – und damit die Chance im Eurovision Song Contest vor über 120 Mio. Zuschauern zu singen – einfach abzulehnen. Was für ein Mut braucht das, vor einem Millionenpublikum für sich selber einzustehen.

Ist es jetzt mangeldes Selbstbewusstsein? Nein! Ganz im Gegenteil. Er war sich in diesem Moment sicher sehr bewusst! Er hörte auf seine innere Stimme. Auf sein Gefühl.

Wusste er das denn nicht schon vorher – bevor er sich zur Teilnahme an diesen ESC-Auswahl-Sendungen entschlossen hat? Es ist müssig, darüber zu sinieren. Fakt ist, er hat sich entschlossen.

Und jeder, der ihn dafür jetzt verurteilt, sollte sich mal überlegen, ob er schon einmal in dieser Form für sich selber so eingestanden ist. So auf sich selber gehört hat. So viel Mut bewiesen hat. Denn er wusste, was passieren wird, und was all die Zeitungen über ihn schreiben werden…

Es geht um echt sein. Echt sein im Leben. Echt sein, bei dem was man tut.
Für mich in den letzten zwei Jahren zu DEM Thema geworden. Und es wird immer wichtiger in einer immer unechteren Welt. Andreas Kümmert: Ich wünsche Ihnen weiterhin viel echten Erfolg!

60 Tage ohne TV

23 Jan 2011, Geschrieben von Stefan Dudas in Persoenliches

Für viele mag es unmöglich klingen. Für viele wäre der Lebenssinn dahin. Doch ich hab es getan. Den totalen Fernsehentzug. 🙂

Ich bin zwar schon früher nicht übermässig vor dem Fernseher gesessen – aber seit 2 Monaten verzichte ich ganz und gar auf die Flimmerkiste. Du fragst dich, ob das Nebenwirkungen hat? Ob ich trotzdem „informiert“ bin? Ich höre einmal am Tag die Nachrichten im Radio. Das wars. Und schliesslich gibt es auch noch Zeitungen (aber auch da bin ich wählerisch).

Ok, ich weiss jetzt nicht immer, wann und wo genau ein Mann von einem Baum erschlagen wurde oder wie „schlimm, schlimm, schlimm“ die Überschwemmungen irgendwo sind. Ja, lass uns gleich das als Beispiel nehmen. Überschwemmungen in Australien: Mal ehrlich: Wenn wir vor der Glotze sitzen, das Elend  in bunten Bildern sehen – und uns dann denken „schon schlimm…“. Hilft das jemandem? Hilft das den Leuten in Australien? Hilft das dir selber? Und das nennen wir dann „informiert“. Wenn man gefragt wird: „Hast du die schrecklichen Bilder da gesehen? – schlimm oder?“.

Tja, mir wurde in den 60 Tagen nie übel, hatte keinen Schüttelfrost und auch sonst keine Entzugserscheinungen – die Fernseh-Diät hat also absolut keine Nebenwirkungen. Oder doch? Klar. Denn wenn wir uns nicht mit dem Müll abfüllen… kommt vielleicht auch etwas weniger Müll in unserem Leben raus :-)))

PS: Und für Weiterbildungs-DVDs oder wirklich mal einen guten Film gibt es ja DVDs und Beamer…