Gedanken Tag

Stefan-Dudas_Frankfurter-Buchmesse2014Ich war tatsächlich da: An der Frankfurter Buchmesse 2014 (der grössten Buchmesse der Welt). Und ich durfte eine halbe Stunde mein Buch mit einem Referat präsentieren und danach Bücher signieren.

Ich bin eben einmal ums Hotel spaziert, um diesen besonderen Tag nochmals zu reflektieren. Dabei gingen mir verschiedene Gedanken durch den Kopf. Zum einen Dankbarkeit. Dass ich überhaupt die Gelegenheit hatte, ein Buch zu schreiben. Dass ich einen Verlag gefunden habe. Und schlussendlich bin ich sehr dankbar für jedes Feedback. Denn das ist eigentlich der wahre Lohn. Wenn Menschen das Buch kaufen und es auch wirklich lesen. Dafür schreibt man Bücher.

Und zum anderen fühle ich eine gewisse Demut. Ich bin durch diese riesige Messe gegangen und habe die unendlich vielen Bücher gesehen. Alle möchten das Wichtigste der potentiellen Leser: Aufmerksamkeit. Denn die meisten Sachbuchautoren haben eine Botschaft. Und darum macht mir jeder, der seine wertvolle Zeit investiert, um mein Buch zu lesen, ein grossartiges Geschenk.

Stefan_Frankfurter-Buchmesse2014Und ich bin dankbar, dass ich durch das Buch «mein» Thema gefunden habe. Ein Thema, dass ich heute ohne eine einzige Folie – also unplugged – präsentiert habe – und die Leute lachten, nickten und gaben mir tolles Feedback beim Signieren der Bücher. Und in meinem Referat habe ich jetzt keine „fremden“ oder „übernommenen“ Geschichten drin. 100% Stefan Dudas.

An diesem für mich wichtigen Prozess waren viele Ereignisse und Personen beteiligt. Ereignisse, die teilweise weh taten (da wissen z.B. Karin Burger oder auch Michael Rossié, von was ich spreche. Euch bin ich sehr dankbar für den Augenöffner…). Und dann brauchte es viel Arbeit, Fleiss und auch – ja ich gebe es zu – Zuspruch und Motivation – da bin ich meiner Partnerin Sereina sehr dankbar.

So, genug für heute. Morgen geht’s zurück in die Schweiz. Ich wünsche euch schon jetzt einen wunderbaren Sonntag!

PS: Und ja: Ich bin auch Dankbar, für jede Unterstützung und jedes «Like» auf Facebook .:-)

Wir denken uns krank

11 Feb 2012, Geschrieben von Stefan Dudas in Gesundheit

Wow, diese Woche ist mir einmal mehr bewusst geworden, dass so langsam die richtigen Themen die breite Bevölkerung erreichen. Vor einigen Jahren wäre so ein Artikel in so einer renomierten und seriösen Zeitchrift nie denkbar gewesen. Was ich meine?

Im «Beobachter» einem Schweizer Konsumentenmagazin ist ein grosser Artikel mit dem Titel «Wir denken uns krank» erschienen. Darin wird der bekannte Fall von 2007 beschrieben: Ein Mann schluckt 29 Antidepressiva-Pillen (seine Freundin hatte ihn verlassen und er wollte seinem Leben ein Ende setzen). Im Krankenhaus hatten die Ärzte grosse Mühe ihn zu stabilisieren. Sie fanden heraus, dass die Pillen aus einer Medikamentenstudie stammen. Was der Mann aber nicht wusste, dass er zur Gruppe der «Scheinmedikamente» gehörte – er hatte also in Wirklichkeit Pillen ohne jeglichen Wirkstoff geschluckt. Man klärte den Mann auf… und auf wundersame Weise ging es ihm in sehr kurzer Zeit wieder gut. Dieser Fall wurde 2007  im «General Hospital Psychiatry» beschrieben.

Zudem kommt im Artikel  ein Schweizer Neuropsychologe zu Wort und sagt: «Eine starke Erwartungshaltung verändert die Gehirnchemie und löst im Körper häufig genau die gewünschten Wirkungen aus.». Und ein weiterer Schweizer Neurologe: «Wenn im Fernsehen Hodenkrebs diskutiert wird, haben die Urologen am nächsten Tag volle Wartezimmer.»

Eigentlich ja nichts Neues, dass in Studien Placebos (wirkungslose Tabletten) häufig wirken und «richtige» Tabletten nicht wirken. Wenn aber der blosse Gedanke den Körper lamlegen  kann (wie im oben beschriebenen Fall von 2007) – was wäre denn möglich, wenn wir uns vorstellen könnten, dass unser Denken viel mehr auswirken kann, als wir uns heute uns denken können?

Schön auch, dass es heute schon vereinzelte Forscher gibt, die diese Placebos und Nocebos erforschen. Auch wenn die Pharmaindustrie da mit Sicherheit keine Freude daran hat.

Das «Mentale» und das konstruktive Denken ist also immer mehr ein Thema.