BLOG

Nicht nur Sängerinnen haben einen Bart…

11 Mai 2014, Geschrieben von Stefan Dudas in Aktuell / LastMinute

Sie ist Thema in den Medien: Conchita Wurst. Nein, ich mache keine Witze über den Namen. Aber ich muss hier etwas «Dampf» ablassen: Heute lese ich in Facebook bei einem Verkaufstrainer folgendes:

Es lebe die neue Bewegung der „sexuellen Umerziehung“, des „Raubtierfeminismus“ und der „Gender Mainstream-Programmatik“. Europa tanzt nach der Meinungspfeife der großen Medienkraken, denn Taliban-Vollbärte sind ab heute definitiv politisch wieder korrekt. Und das Publikum buht, wenn Russland die Bühne betritt.

Sorry, aber da hört alles auf. Wo lebt denn dieser Mensch? «Sexuelle Umerziehung»? Ich glaube seine Hirnrinde bröckelt! Gibt es immer noch Menschen, die meinen, man kann einen Homosexuellen «bekehren»? Sind wir da nicht heute hundert Jahre weiter? Ich glaube die Denkhaltung dieses Verkaufstrainers hat einen Bart! Taliban-Vollbärte? Ich glaube, da kann und muss man nichts mehr dazu sagen. Würde ich da ein Training buchen? Niemals.

In diesem Lied und in der Kunstfigur «Conchita Wurst» geht es darum, dass Aussehen, Geschlecht und Herkunft egal sind, wenn es um die Würde und Freiheit des Einzelnen geht. «Einzig und allein der Mensch zählt» (Zitat Website Conchita Wurst). DAS ist ein Statement! Eigentlich klingt es fast «banal» und sollte heute selbstverständlich sein. Aber wir alle haben Vorurteile und Stereotypen in uns… Ein guter Impuls uns darüber mal wieder klar zu werden. Zudem ist vieles, was einfach und banal klingt extrem schwierig im eigenen Leben umzusetzen.

Und ja: Die Musik muss einem nicht gefallen. Und nicht jeder Sänger oder jede Sängerin passt einem. Aber bei so einen Schund, der dieser Verkaufstrainer in die Welt postet, da kann ich nur den Kopf schütteln…

Natürlich habe ich jetzt einen «Freund» weniger in Facebook, denn zum Glück gibt es ja die Funktion solche Menschen zu «entfreunden».

  • Stéphane Etrillard

    Besten Dank, Herr Dudas für Ihren Artikel und Ihre Stellungnahme. Mir ging es ähnlich, als ich es las und ein paar andere Sätze sind mir noch aufgestoßen.

    Antworten
  • Willi Bollhalder

    Hoi Stefan

    Ja, wenn jemand „einen an der Waffel“ hat, kann man(n) nicht mehr erwarten.

    Ich habe den Song gestern Nachmittag zum erstem Mal gehört und die Performance zum ersten Mal gesehen und gehofft, dass der Song gewinnt!

    Weshalb? Ich habe noch selten jemanden SO authentisch erlebt wie Conchita/Tim: Er/sie hat seine/ihre Lebensgeschichte gesungen – und DAS ist es, was die Leute honoriert haben. Mindestens hoffe ich das….

    ….das ist meines Erachtens etwas, dass zum Thema „beyond 2012“ gehört: der „Paradigma-Shift“ – oder wie es die Maya gesagt haben: ein neues Zeitalter (resp. ein neues Bewusstsein) wird sein…

    …und ich hoffe, dass dies ein flächendeckendes Zeichen war!

    Antworten
  • Bernd Stelzer

    Hallo Herr Dudas,

    keine Frage, der Beitrag des Verkaufstrainers hat mich auch verwundert.
    Ebenso daneben wie sein Beitrag davor.

    Antworten

Beitrag schreiben