Produkte

hellobarbieMattel – die Spielzeughersteller kündigen «Hello Barbie» an. Eine Barbie-Puppe, mit der das Kind sprechen kann. Mehr noch. Die magersüchtige Barbie antwortet auch. Wie? Alles was das Kind sagt, wird per WLAN in die Cloud (einen externen Server) gesendet – dort analysiert und optimale Antworten und Fragen errechnet. Diese Antworten werden dann wieder an unsere Barbie gesendet, die dass dann dank Lautsprecher auch schön brav sagt. Das Kind freut sich. Hat endlich jemanden zum Reden.

Aber es kommt noch besser. Die Eltern sollen die Audiofiles regelmässig erhalten – damit diese hören, was ihr Kind zur Plastik-Barbie sagt. Spätestens jetzt schwillt meine Halsschlagader an. Geht’s noch?? Muss man jetzt schon Kleinkinder abhören, und dies dann den Eltern zuspielen? Als Kleinkind habe ich mit meinem dicklichen Teddybären gesprochen. Und das ging nur mich und meinen Teddybären etwas an. Weder die Spielwarenhersteller noch meine Eltern hörten da mit. Muss man heute über ein Audiofile erfahren, wenn sich das Kind einen Hamster wünscht, oder der Nachbarsjunge einen geschlagen hat?

Die Teletubbies galten vor ein paar Jahren als «pädagogisch wertvoll». Ich fand’s quatsch. Eine Spitzel-Abhör-Barbie finde ich nicht nur quatsch – sondern definitiv gefährlich. Was kommt danach? Eine Ken-Puppe mit Videoaugen, damit man das eigene Kind auch noch per Video übewachen kann? Oder der Spionage-Fruchtzwerg, der – einmal runtergeschluckt, die Verdauung des Kindes in Echtzeit im Web protokolliert? Gibt es zu dieser Geschichte einen idealen Schluss-Spruch? Ja. «Denken Sie doch selber!». Bitte.