Life

hellobarbieMattel – die Spielzeughersteller kündigen «Hello Barbie» an. Eine Barbie-Puppe, mit der das Kind sprechen kann. Mehr noch. Die magersüchtige Barbie antwortet auch. Wie? Alles was das Kind sagt, wird per WLAN in die Cloud (einen externen Server) gesendet – dort analysiert und optimale Antworten und Fragen errechnet. Diese Antworten werden dann wieder an unsere Barbie gesendet, die dass dann dank Lautsprecher auch schön brav sagt. Das Kind freut sich. Hat endlich jemanden zum Reden.

Aber es kommt noch besser. Die Eltern sollen die Audiofiles regelmässig erhalten – damit diese hören, was ihr Kind zur Plastik-Barbie sagt. Spätestens jetzt schwillt meine Halsschlagader an. Geht’s noch?? Muss man jetzt schon Kleinkinder abhören, und dies dann den Eltern zuspielen? Als Kleinkind habe ich mit meinem dicklichen Teddybären gesprochen. Und das ging nur mich und meinen Teddybären etwas an. Weder die Spielwarenhersteller noch meine Eltern hörten da mit. Muss man heute über ein Audiofile erfahren, wenn sich das Kind einen Hamster wünscht, oder der Nachbarsjunge einen geschlagen hat?

Die Teletubbies galten vor ein paar Jahren als «pädagogisch wertvoll». Ich fand’s quatsch. Eine Spitzel-Abhör-Barbie finde ich nicht nur quatsch – sondern definitiv gefährlich. Was kommt danach? Eine Ken-Puppe mit Videoaugen, damit man das eigene Kind auch noch per Video übewachen kann? Oder der Spionage-Fruchtzwerg, der – einmal runtergeschluckt, die Verdauung des Kindes in Echtzeit im Web protokolliert? Gibt es zu dieser Geschichte einen idealen Schluss-Spruch? Ja. «Denken Sie doch selber!». Bitte.

 

Dschungelcamp_StefanDudasAustralien – Tatsächlich. Elf Menschen, die man vor vielen Jahren im Fernsehen gesehen hat – und Menschen, die hoffen, dass man sie in Zukunft im Fernsehen noch sehen wird, rücken in den Dschungel ein. Überwinden ihre Ängste, indem sie aus dem Flugzeug in den Dschungel abspringen (böse Zungen behaupten, leider mit dem Fallschirm).

«Seien Sie wieder dabei, wenn es heisst, der Preis ist heiss!» Das rief früher (viel früher) Walter in der legendären (damit meine ich eigentlich nur „alten“) TV-Show «Der Preis ist heiss». Der Preis ist auch heute noch heiss im Dschungelcamp, denn gratis geht niemand in den Dschungel – ausser man ist so unfassbar «positiv», «lächelnd» unterwegs und auf der Suche nach «neuen Erfahrungen» (wie es Soap-Star Jörn Schlönvoigt beschrieb). Neue Erfahrungen? Nach «Gute Zeiten Schlechte Zeiten» ist es wahrscheinlich schon eine «neue Erfahrung» wenn man mit Ziegen-Hoden im Mund unter einer Limbo-Latte durchtanzen muss… Sowas prägt fürs Leben! Ach ja, Frau Glücksrad ist auch im Dschungel. Als Kind habe ich sie noch am Rad drehen sehen (nein, stimmt nicht, sie musste nur die Buchstaben umdrehen). Alle anderen? Kenn ich nicht. Die Tochter von jemandem, oder die Ex eines Bachelors (ohne akademische Ausbildung) etc.

Stars. Ach, Sie wissen nicht, was ein Star ist? Wikipedia meint «Unter einem Star versteht man die Rezeption (Anmerkung des Blogschreibers: Wahrnehmung) der Öffentlichkeit über prominente Persönlichkeiten, die sich durch überragende Leistungen auf einem bestimmten Gebiet hervorgetan haben.»
Überragend sind nur die Silikonkissen… Naja.

Auch in dieser Staffel freuen sich die Zuschauer auf Zickenkrieg, viel nackte Haut (die man sehr, sehr oft gar nicht sehen möchte) und «schöne» sarkastische Bemerkungen der Moderatoren. Das Zuschauer- und Einschaltqoten-Fest sei eröffnet. 7,50 Millionen Menschen (ab drei Jahren) haben gestern zugeschaut. In der «werberelevanten Zielgruppe (14 bis 49jährige) hat die Sendung «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» einen Marktanteil von 41,9 Prozent.

 

Denken Sie doch selber! Zum Beispiel mit einem guten Buch?

Generation XY unglöst…

08 Dez 2014, Geschrieben von Stefan Dudas in Denk-Würdig, Life

Generation_Y_not_lowDie Generationen werden seit längerem in «X», «Y» und «Z» eingeteilt. Nein, nach «Z» ist nicht einfach fertig und es folgen auch keine Umlaute. Nach «Z» wird die Generation Alpha «Gen A» auftauchen.

Bücher, Referate, Studien schiessen zum Boden heraus – und überall wird beschrieben, wie die jeweilige Generation genau ist. Die Generation Y (das sind die nach 1980 Geborenen) will sich selber verwirklichen. Keine Jobs «nur» um Karriere zu machen – und lieber etwas mit Sinn, damit das Familienleben in vollen Zügen erlebt und ausgekostet werden kann. Sie legen auf ein grosses Gehalt keinen Wert. Die stellen sich den Problemen und machen auch einen Führungsanspruch geltend. Wow, das wäre perfekt – und ich wäre der Erste, der jubelt. Die Generation «Z» hat nichts gegen einen implantierten Chip – und machen sich keine Gedanken über all die Daten, die sie im Netz hinterlässt…

Gleichzeitig liest man von neuesten Erhebungen (von Ernst & Young) wonach junge Menschen vom Staatsdienst träumen. 1/3 der Akademiker möchten dahin. Denn denen sei die Sicherheit am Wichtigsten. Und man liest, dass die „neue“ Generation sehr an Tradition, Familie und Sicherheit hängt… Aha…

Ich frage mich, ob all diese X-, Y- und Z-Experten nur unter ihresgleichen leben – oder ob sie auch mal «normale» Schulen besuchen. Ich unterrichte in verschiedenen Schulen (und war auch schon in Schulklassen mit Durchschnittsalter 13 – 16). Was ich dort erlebe, ist alles andere als in Kategorien fassbar. Da sind Menschen. Die einen geben sich frech, die anderen eher zurückhaltend. Es gibt Menschen, die wollen Karriere machen (und ja – liebe Gen X-, Y- und Z-Experten – auch diese stehen auf «Master»-Abschlüsse). Und ich erlebe immer wieder diese Generation Y in den Masterklassen, die eigentlich «nur» wegen dem Abschluss (dem Titel) die Ausbildung macht…

Klar werden wir durch die jeweils aktuellen Leitmedien geprägt: Früher Zeitungen, dann TV, heute Social-Media, Internet oder eine Kombination daraus. Die Werbung, die Botschaften denen wir täglich ausgesetzt sind und der Umgang, den wir mit diesen Medien pflegen, prägen uns.

Ich habe aber noch keine gravierenden Unterschiede gefunden. Ich habe mit Jugendlichen gesprochen, die aus Facebook ausgestiegen sind, und sehr darauf achten, wenige Daten im Web zu hinterlassen. Ich kenne auch 20jährige, die gehen arbeiten, weil sie einfach Geld verdienen «müssen» – und die Arbeit macht ihnen nicht wirklich Spass…

Hören wir doch auf, Menschen immer in Gruppen, Schubladen (auch Generations-Schubladen) aufteilen zu wollen. Ich habe sehr gute Freunde, die 60 Jahre alt sind – also eine «andere» Generation als ich. Die denken aber teilweise fortschrittlicher als ein 20jähriger.

Aber vielleicht hören wir halt gerne, dass die nächste Generation «anders» sei. Bessere Werte, grösseren Sinn für das Wesentliche hat – und unsere Fehler nicht wiederholt.

Schon früher gab es die Aussagen, dass die «heutige» Jugend «anders», «schwieriger», «ungezogener» oder was auch immer ist. Und ich bin überzeugt davon, dass auch die nächste Generation diese Tradition weiterführt… 😉