BLOG

Brot und Spiele – «panem et circenses»

23 Jan 2014, Geschrieben von Stefan Dudas in Denk-Würdig

Ich war letzthin im Kino und der Film «Die Tribute von Panem» hat mir zu denken gegeben.

Die Geschichte spielt irgendwann in der Zukunft. Es existiert die diktatorisch geführte Nation «Panem».  Alljährlich finden grausame Spiele statt – aus jedem der 13 Distrikte werden willkürlich 2 Menschen (Männer, Frauen, Kinder) bestimmt, um an den «Hunger Games» teilzunehmen. Es überlebt nur der Gewinner. Es ist ein grausamer Kampf um Leben und Tod. Inszeniert für die TV-Zuschauer von Panem (abgeleitet von Panem et circences – Brot und Spiele).

Zuerst ist man von der Idee befremdet: Eine TV-Show, in der sich Menschen gegenseitig töten müssen? Der Showmaster, welcher die «Opfer» vorstellt, ist betont lustig und unterhaltend – obwohl alle wissen, dass die Chance, dass dieses Opfer überlebt bei 1:26 ist.

Klar. Es ist ein Film. Utopisch. Wir würden ja nie soweit gehen… – würden wir nie?

Kennen Sie das Dschungelcamp? 11 Kandidaten ziehen ins Camp – um „Prüfungen“ zu bestehen. Nein, sie müssen sich nicht gegenseitig töten – nur bitte verbal bekämpfen. Denn wenn es zu harmonisch wäre, würde die Quote sinken. Und schliesslich hat man als Dschungelcamp einen Ruf zu verlieren (die Sendung war tatsächlich für den Grimme-Preis nominiert!). Die beiden Moderatoren geben sich auch betont lustig und witzig. Wo habe ich das nur schon gesehen? Brot und Spiele gibt es auch bei uns – wie in «Panen». Zum Glück noch nicht so blutig – aber ecklig ist es so oder so.

Nur weil über 7 Millionen Menschen sich Dschungelcamp und Co. anschauen, ist es scheinbar legitim diese TV-Events zu produzieren. Was meinen Sie – lassen sich nicht auch 7 Millionen Menschen finden, welche sich eine TV-Show nach dem Vorbild von «Hunger Games» anschauen würden? Hoffentlich nicht.

> Bild: Die Hauptdarstellerin von «Die Tribute von Panem»:  Jennifer Lawrence

 

 

Beitrag schreiben